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Blankensee - die schönsten Ausflugsziele

Wilde Waldkapelle

Schon die Tafel am Parkplatz lässt erahnen, wie viel es hier zu entdecken gibt.

Koordinaten: 52.241147734227624, 13.126346384600437

Ruine, das Herrenhaus, den See und das Seechen, das Bauernmuseum, Wanderwege, den Schlossgarten, den Aussichtsturm und jede Menge Natur.

 

Blankensee - der Ort

 

Auch in diesem typischen Rundlingsdorf finden sich slawische Ursprünge. 1307 fand es erstmalig urkundliche Erwähnung, doch vermutet man, dass es bereits in der Jungsteinzeit hier eine Siedlung gegeben hat.

Mitten im Naturschutzgebiet gelegen erscheint es mir einfach malerisch. Ich stehe auf dem Parkplatz und überlege mit welcher Attraktion ich am besten starte, entscheide mich dann recht schnell für die Ruine und den Aussichtsturm. 

Ruine, Seechen und Aussichtsturm

Das Seechen

 

Der Weg zur Ruine führt an einem kleinen Gewässer entlang. Sein Name ist Seechen, wie süß ist das bitte. Naturbelassen und nur an wenigen Stellen zugänglich ist das Seechen ein Paradies für Wasservögel.

Ich beobachte Herrn Schwan, er versucht eine Wildgans zu vertreiben hat aber Gewichtsnachteile beim Kurvenflug. Mister Gans entfleucht ihm und landet provokativ in der Nähe. 

Die Ruine im Wald

 

Hinter dem See führt ein schmaler Pfad links in den Wald, der hier aus lichten Sträuchern, noch unbelaubten Bäumen und jeder Menge Efeu besteht. 

Wie aus dem Nichts taucht zur Rechten die Ruine auf, beinahe hätte ich sie nicht gesehen, so perfekt passt sie sich in die Landschaft ein. 

Einst stand hier eine gotische Kapelle. Unter einem Strauch, man sagt sich es sei ein Bocksdorn, soll ein Schatz vergraben liegen und auch der Herr Fontane suchte einst nach ihm. Fündig geworden ist er nicht, denn der Schatz zeigt sich von ganz allein. So soll ein Mann eines Tages inmitten der alten Kapelle einen Berg Flusskrebse gesehen haben. Einige steckte er ein, um sie seiner Frau zu zeigen. Er staunte nicht schlecht, als er zu Hause angekommen Goldstücke aus seiner Hose zog.

 

So gibt es einige Geschichten um die Ruine, ich finde es einfach magisch hier zu verweilen, den Vögeln zu lauschen, die Ruhe des alten Gemäuers auf mich wirken zu lassen. Ringsherum gibt es Anzeichen eines bewirtschafteten Gartens, der aber neueren Ursprungs ist. 

Der Weg endet hier und ich wandere zurück zur Weggabelung.

Koordinaten: 52.24372297774583, 13.117934977202497

 

Der Aussichtsturm

 

Von der Ruine aus kommend biege ich an der Gabelung links ab und schon nach wenigen Metern taucht eine beschnittene Weidenhecke auf. Ich folge ihr um eine Ecke und stehe vor dem Aussichtsturm.

Dessen zwei Stockwerke sind geräumig und geben den Blick auf eine Landschaft frei, die aus saftigen Wiesen und weiten Feldern besteht. (Bild oben). Im Hintergrund kann ich gerade noch so die im Nebel hängenden Glauer Berge erkennen. 

Auf den für dieses Gebiet typischen Feuchtwiesen tummeln sich zahlreiche Vögel, wie Reiher, Störche, Schwäne, Wildgänse und mit ein wenig Glück sieht man den selten Seeadler fliegen. 

Koordinaten: 52.247343861667645, 13.116840160334197

Bauernmuseum und Schloss

 

Das Bauernmuseum

 

Vom Aussichtsturm gehe ich den Weg Am Seechen zurück, immer geradeaus bis zur Blankenseer Dorfstraße, die einen kleinen Schlenker nach rechts macht und mich bis zum Bauernmuseum bringt.

 

Im ältesten Wohnhaus des Ortes, einem märkischen Mittelflurhaus, welches von 1976 - 1981 rekonstruiert wurde, kann man das Leben der Bauern in damaliger Zeit nachempfinden. Das Haus wurde gleichzeitig als Wohnraum, Stall und Scheune genutzt. Das ersparte den Bauern Zeit, da die Tiere im Haus gefüttert werden konnten. Die ursprüngliche Entstehung des Gebäudes wird auf 1649 datiert.

Ich erinnere mich, dass das Bauernhaus meiner Oma auch nach dieser Art erbaut war. 

 

Das Innenleben des Museums konnte ich leider nicht besichtigen. Auch der später entstandene Lehmbackofen war nicht in Betrieb. Im Hof gibt es einen kleinen Imbiss, normalerweise...lach.

 

Dennoch hat sich der Besuch gelohnt, die alte Fachwerkskunst, die schön bemalte Tür, die Fenster, ich liebe diese Art der Architektur.

Koordinaten: 52.23916070442245, 13.127409354356653

 

Das Schloss aka Herrenhaus

 

Vom Bauernmuseum schlendere ich weiter,  komme beim Imker vorbei, dessen schön gestalteter Vorgarten mich ein wenig genießen lässt. Der Hofladen ist geöffnet, es darf geklingelt werden.

 

Gleich neben dem Imker befindet sich der Eingang zum Schloss.

Die Flügel des schmiedeeisernen Tores stehen weit offen, ein kopfsteingepflasterter Weg führt eine lange, mit alten Bäumen gesäumte Allee entlang. Linkerhand schließt sich ein weitläufiger Park an, der im römischen Stil gehalten ist. Überall Statuen und weiße Brücken. 

Dazwischen fließt die Nieplitz, schlängelt sich in abzweigenden Armen durch das Gelände und gibt reichlich Gelegenheit im gerüschten Sommerkleid, mit einem Blumenkranz im Haar zu flanieren.

Die Adelsfamilie Von Thümen ließ das Herrenhaus erbauen, es gilt als Bauwerk des märkischen Barocks und soll auf den Überresten einer slawischen Burg stehen. 1902 übernahm der Schriftsteller Hermann Sudermann das Gebäude und ließ den weitläufigen Park mit einer Fläche von 3,5 ha anlegen. 

Heute wird das Schloss für Tagungen und Hochzeiten genutzt. Es bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten, normalerweise.

Der Park ist öffentlich und von zwei Seiten zu begehen. 

 

Mein Tipp, Zeit einplanen und den Schlosspark genießen! Ich bin Mitte April 2021 durch geschlendert und habe mich an blühenden Buschwindröschen, dem Vogelkonzert und dem römischen Charme erfreut.

 

Koordinaten: 52.24027775702965, 13.129170630498304

 

Mittagspause am Nachmittag

 

Nach dem Schloss knurrt mir der Magen und die Füße rufen laut nach einer Pause. Also hole ich den Prinzen ab und kurve durch die schmalen Straßen zum ortsansässigen Fischer, ein Geheimtipp. Ich hoffe, dass er trotz der wenigen Besucher frischen Fisch im Angebot hat.

Ich habe Glück und verlasse den Laden mit zwei riesigen Lachsforellen. 

Koordinaten: 52.23788252650895, 13.127886499481455

Für kurze Zeit kehre ich dem Ort den Rücken, fahre über Gut Breite hinaus bis zum Wanderparkplatz Stücken. Dort entdecke ich einen Tisch und Bänke, genau der richtige Ort, den Kocher auszupacken und den leckeren Fisch mit Blick über die weiten Felder zu genießen. Wie so oft bekomme ich besuch von zwei älteren Wanderern, sie erzählen mir ihre Eindrücke vom Ort, dem See und den Menschen. 

Der See, der Bohlensteg und der Seeweg

Der Bohlensteg und der See

 

Wie so oft, wenn es so lecker ist, esse ich zu viel und eigentlich könnte ich jetzt in meiner Hängematte liegen bleiben. Wenn da nicht die Sonne wäre. Nach vormittäglichem Nebel hat sie beschlossen mich doch ein Stück zu begleiten. Also sattele ich den Prinzen und steuere den zweiten Parkplatz des Ortes an. Er liegt am Ruhemannsweg, welcher über die Landstraße L793 zu erreichen ist. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung bis zum Bohlensteg.

Koordinaten Parkplatz: 52.233304873916374, 13.136321008672338

Der Uferbereich des unter Naturschutz stehenden Blankensee ist nicht zugänglich. Ein Glück hatte jemand die großartige Idee den Bohlensteg zu errichten, denn von hier aus ist ein Blick über den See einfach magisch. Der Sonne entgegen und dem Wind im Haar kam ich mir ein bisschen vor wie am Meer. Möwen Gekreische in der Luft, sanfte Wellengeräusche unter den dicken Eichenbohlen.

Die Bänke rufen mich, komm, genieße den Sonnenuntergang auf mir. 

Auf dem Steg ist Maskenpflicht aber ein Vorteil dieser verrückten Zeit ist, ich bin fast allein.

 

Ein Weilchen lasse ich mich vom Blankensee berühren, dann geht es weiter, denn ich möchte den nahen Seeweg erwandern. 

Koordinaten Bohlensteg: 52.23365969839454, 13.130763471689656

 

Der Seeweg - Naturlehrpfad

 

Der Bohlensteg geht direkt in den Seeweg über. An den Seiten gibt es immer wieder Hinweistafeln zu Tieren oder dem Habitat.

Ein schöner naturbelassener Weg, der gut begehbar ist und auch mit dem Fahrrad befahren werden kann. Er führt vorbei an unberührten Wiesen, geschützten Bereichen, an der Nieplitz, gesäumt mit unzähligen Trauerweiden, die gerade in voller Blüte stehen.

Ich beobachte einen Storch bei der Futtersuche, Graureiher und einen Schwan, der sich am frischen Gras labt. Am Fluss entlang gibt es einige Bänke. Auf einer lasse ich mich nieder, unter einer Trauerweide genieße ich das abendliche Vogelkonzert und stricke ein wenig an meinem neu begonnenen Socken.

Die alte Schmiede

Ich folge dem Seeweg, der mich wieder zum Parkplatz führt und entdecke ganz nebenbei die alte Schmiede des Ortes. 

Zum Gut gehörend wurden in ihr alle Metallarbeiten erledigt. Der Schmied kümmerte sich um das Beschlagen der Hufe, das Instand halten der Ackergeräte, das Wagenradbinden, den Bau von Eggen. 

Heute wird sie durch einen Verein betrieben, der regelmäßig Schauschmieden veranstaltet. Normalerweise 🤷🏻‍♀️!

Koordinaten: 52.24050392458173, 13.131673126928614

Damit endet mein Ausflug nach Blankensee und ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren. Ich für meinen Teil bin begeistert von Ort und Umgebung. 

 

Übernachten: Normalerweise 🙃 gibt es zahlreiche Ferienwohnungen und Gästezimmer im Ort. Ein Stück vom Bohlensteg entfernt kann man auf dem Campingplatz übernachten. Neben Imker und Fischer sind auch ein Bäcker und zahlreiche Restaurants, sowie ein Hofladen der Alpakafarm vorhanden. 

 

Parken: beide Parkplätze sind kostenlos und unbegrenzt. 

 

Viel Spaß beim Erkunden

Eure Tina

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