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Dobbrikow - der Ort der 7 Seen

Wasser gehört seit meiner Kindheit auf meinen Wanderungen einfach dazu und damit meine ich nicht nur die Flasche im Rucksack. 🙃 Es ist magisch am See zu stehen, den leise plätschernden Wellen zu lauschen, die Spiegelung der Bäume im Wasser zu betrachten oder kleinen Insekten beim Tanz zuzusehen.🧚🏻‍♂️

 

Als kleines Projekt zwischendrin, der Situation geschuldet, habe ich mir eine Seen Entdeckungsreise im Bundesland Brandenburg ausgesucht und berichte euch hier immer mal wieder von meinen Wassermomenten. Meine Erkenntnis schon jetzt: wir haben jede Menge magische Orte um uns herum, wohnen in einem wunderschönen Land und es gibt so viel zu entdecken. Vielleicht kann ich euch ein wenig inspirieren auch mal auf Entdeckungsreise zu gehen.

 

Dobbrikow

Das kleine Örtchen Dobbrikow liegt inmitten einer magischen Landschaft, erschaffen von den eiszeitlichen Urgewalten. 7 Seen 7 Höh'n heißt es im Volksmund und natürlich muss ich heraus finden was es damit auf sich hat. 

 

Die Anfahrt

Eingebettet zwischen Seen und Hügeln erreicht man den Ort über die L73 oder die Nettgendorfer Straße. In der Mitte, am alten Spritzenhaus, befindet sich eine Übersichtstafel der Wanderwege. Auch gibt es einige schöne Cafés, die momentan leider geschlossen sind. Die Dorfkirche ist sehenswert, erbaut aus Feldsteinen und später mit Mauerziegeln ergänzt. Parken ist fast überall möglich. Übernachten kann man auf dem Campingplatz oder in zahlreichen Ferienwohnungen.

Koordinaten: 52.16558628739977, 13.062228864255367

 

Aber kommen wir zu den 7 Seen.

Das erinnert mich im Übrigen stark an eine Buchreihe, Seven Waters, die ich gelesen habe. Vielleicht musste ich deshalb unbedingt diese Seen entdecken. 📚 Schaffe ich es alle 7 Seen in einer Wanderung zu erkunden?

 

Vorder- und Hintersee

Im Foto oben bekommt ihr einen Blick über den Hintersee, dazugehörig gibt es noch den Vordersee, der über einen schmalen Kanal mit dem hinteren verbunden ist. Ich hatte die wahnwitzige Idee den Hintersee zu umrunden. Einen Weg gibt es nur stellenweise, so habe ich mich durchs Dickicht geschlagen, welches zu dieser Jahreszeit noch genügend Raum lässt. Brombeerhecken wechseln mit Schilf, morastige Wiese mit Baumbestand. Immer am See entlang, mit all seinen Facetten, den Höhlen in knorrigen Bäumen, Schneeglöckchen zwischen alten Weiden, Stegen, die vom hohen Wasserstand teils überflutet sind, Buchten, in denen es von Teichmuschelschalen nur so wimmelt, dem morbiden Charme eines toten Flusskrebses, laubbedecktem Boden und der mich begleitenden Sonne, die alles in ein milchiges Abendlicht taucht. Eigentlich war es eine blöde Idee doch die epische Stimmung hat es wiederum zu einer ganz besonderen Wanderung gemacht. ❤️

Nachdem ich es fast geschafft habe tut sich ein Graben auf, ein kleiner angelegter Kanal, der den Hintersee mit dem Vordersee verbindet. Ein Wehrgang geht oben drüber, ich könnte also leicht ans andere Ufer gelangen. Doch er hat kein Geländer und ich Schiss vor der Höhe, also Schuhe aus und rein ins Wasser. A....kalt, der See hat an einigen Stellen noch Eis, aber ich freue mich das Hindernis überwunden zu haben.💃🏻 Weiter geht es unter umgestürzten Birken hindurch, an verrottenden Holzbooten vorbei bis ich aus dem Schilf auf eine Rasenfläche trete.

Ein Teil des Sees ist Privatland. Tja, das sehe ich erst, als ich diesen Teil verlasse. Von der anderen Seite gab es kein Schild aber wahrscheinlich kommen nicht oft verrückte Elfen aus dem Röhricht. Selbst der Wachhund nimmt es gelassen. 🤷🏻‍♀️

Einen ausgeschilderten Rundweg gibt es leider um keinen der 5 erhaltenen Seen, einen von ihnen kann man aber leicht umrunden, ohne auf Privatland zu geraten. Seid gespannt, was ich noch entdecke. 

 

Glienicksee 

Der Glienicksee liegt noch weiter im Wald versteckt. Er ist als einziger der 5 offiziell als Badesee gekennzeichnet. Am Nordufer befindet sich ein Campingplatz mit Sandstrand, den man über die Straße Am Glienicksee erreicht. Aber auch außerhalb entdecke ich schöne Buchten zum Sonnenuntergang gucken und baden. Das Auto kann man für ein Wanderung gut am Straßenrand parken, mitten im Wald, unter hohen Kiefern und vom Zwitschern der Vögel begleitet.

Auch hier versuche ich um den See herum zu kommen, ein Stück weit gehe ich in den Wald, zwischen trockenen Gräsern, Kiefern und herumliegenden Ästen hindurch. Ein schmaler Pfad führt mich weiter, an kleinen Häuschen vorbei, der Boden wird feuchter und ich merke, dass ich in Seenähe bin. Schließlich endet der Versuch am Eingang des Campingplatzes. Von hier aus muss ich in den Wald abbiegen und beschließe mir gleich den Hügel näher anzusehen. 7 Höh'n heißt es doch und ich stelle fest, dass es hier einige Hügel zu erklimmen gibt.

Der Name Glienick hat vermutlich polnische/slawische Wurzeln, glina - Tonerde oder Lehmboden.

Koordinaten: 52.16930476912429, 13.045340418975842

 

Bauernsee

Der Bauernsee ist im Ort von der Nettgendorfer Straße aus zu erreichen und über einen Graben mit dem Vordersee verbunden. Die Abendstimmung ist hier besonders schön, da die Sonne dann am anderen Ufer hinter den Bäumen verschwindet. Stege führen ein Stück über das Wasser, es scheint als würde man direkt darüber laufen. Im Winter oder zeitigen Frühling hat man hier sicher die besten Karten allein zu sein.

Koordinaten: 52.16200031432756, 13.062830304498888

 

Teufelssee

Den Teufelssee, der mitten im Wald, linksseitig der Weinbergstraße und rechtsseitig der Straße Am Stabelsee liegt habe ich fast zufällig gefunden. Ich muss gestehen, ich bin verliebt. Eindeutig der schönste. Wasser und Ufer gehen ineinander über, eine Zauberwelt aus Gräsern, Moos, umgestürzten Bäumen, Seerosen, knorrigen Wurzeln. Natürlich muss ich versuchen ihn ganz nah am Wasser zu umrunden, klar doch. 💁🏻‍♀️

Ein Pfad führt mich ein Stück weit am Ufer entlang, dann verliert er sich. Es ist moorig, Wasser steht auf dem Boden, ein zwei Schritte, dann bin ich durch. Weiter geht es, ich weiche dem sumpfigen Bereich aus, gehe weiter oben, den See immer im Blick. Wie aus dem Nichts taucht wieder ein Weg auf, ich folge ihm, entdecke zufällig den Baasee, gehe weiter und erreiche meinen Ausgangspunkt. Yeahhhh, umrundet. Traut euch, es ist magisch.

Koordinaten: 52.16414012727673, 13.039903398149521

 

Stabelsee und Baasee

Der Stabelsee

Koordinaten: 52.162206921442554, 13.053616238195046

liegt hinter dem Bauernsee, ist aber schon ziemlich verlandet und heute nur noch Sumpf und Naturschutzgebiet. Der Baasee, dessen Überreste ich im Wald entdecke, ist nun eine Zauberlandschaft aus Gräsern, jungen Bäumen und Schilf. Fast erwartet man die Elben aus dem Dickicht auftauchen zu sehen. Auch sein Name könnte polnischen/slawischen Ursprungs sein, Bagno bedeutet Sumpf.

 

Weinberg

Der bewaldete Hügel ist an seiner höchsten Stelle immerhin 79 Meter und ich kam ein wenig ins Schnaufen beim Aufstieg. Er gehört zu einer Grundmoränenplatte die von Sandern bedeckt ist. Geschiebefunde, die auf dem Berg entdeckt wurden und die mit Fossilien reichlich bestückt sind, geben Auskunft über die Meeresboden Arten der damaligen Ostsee. Genaueres dazu könnt ihr auf der Gemeindehomepage nachlesen, dort gibt es auch ein Foto des doch sehr großen Fundes.

 

Im Mittelalter kultivierten die Mönche des Zisterzienser Klosters in Zinna Weinreben auf dem Berg, daher der Name. 

Heute ist er mit Kiefern und Mischwald bewachsen. Sowohl von der Weinbergstraße als auch von der Straße Am Stabelsee ist er über einen schmalen Pfad zu erreichen. Festes Schuhwerk ist angesagt, der Pfad ist wenig befestigt, hat aber ein Geländer. Oben angekommen sehe ich eine schwarze Holzhütte, als Unterstand und für ein Picknick. Mülleimer vorhanden - Pluspunkt.

Neben der Hütte befindet sich eine große Tafel, auf der die Geschichte des Weinberges zu lesen ist. Aber was ist das? Ein Gipfelkreuz, yeahhh. Eine Holzbank lädt zum verweilen ein, sie gibt den Blick frei auf den Weinberg, seine Flora und Fauna und ein Panorama am Horizont.

 

Wer die Seen erkunden will kann auf eigene Faust losziehen. Start ist am Bauernsee, durch den schönen Ortskern, an der Kirche vorbei. Weiter links halten über den Dorfanger mit dem alten Spritzenhaus. Weiter links die Straße Am Stabelsee bis zum Ortsende, dann erblickt man links die sumpfigen Reste des Stabelsee. Geht man ein Stück weiter in den Wald, gibt es Hügel und eine Weide, wo man Islandpferde gucken kann.

 

Ich bin dann zurück auf den Hauptweg, weiter der Straße Richtung Kemnitz gefolgt. Rechterhand liegt der Weinberg, den ich zwischendrin erklommen habe. Normalerweise kann man vom Berg Richtung Weinbergstraße hinunter gehen. Das hab ich nicht gemacht. Stattdessen ging es zurück zur Ausgangsstraße, die mich zum Teufelssee führt. Daneben liegt gleich der alte Baasee, verlandet und er schnippt mich direkt auf die Weinbergstraße zurück. 

Richtung Ort taucht links bald die Straße Am Glienicksee auf, der ich gefolgt bin. Vom Glienicksee geht es über eine Erhebung wieder hinab zum Hintersee und weiter der Weinbergstraße folgend auch zum Vordersee. 

 

Schöne Erinnerungen und Bilder im Gepäck geht es für mich und den Prinz zurück nach Hause. Ein wunderbarer Tagesausflug, den ich euch wirklich empfehlen kann.

 

Habt es fein

Tina

 

Quellen: Gemeidehompage: www.dobbrikow.de

 

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