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Torfstiche Trebbin - wilde Seen, Wildkräuter und Tiere

An einem warmen Frühlingstag auf dem alten hölzernen Steg sitzen, das Gesicht der Sonne entgegengestreckt. Das Schilf neben mir raschelt leise im Wind, Bussarde stehen hoch oben in der Luft, Libellen tanzen wie kleine Elfen über die Wasseroberfläche. Es ist magisch.

Nachdem ich das Frühstück und meine Meditation abgeschlossen habe, gehe ich auf Entdeckungsreise um die Seen und durch den Wald.

 

 

 

Es ist mystisch, sich selbst überlassen und doch sind überall Wege und Spuren der Zivilisation. Einst ein Torfstichgebiet hat die Natur sich die Gräben längst zurück erobert. Aus dem nahen Fanggraben lief Wasser in die Stiche und so entstand ein Paradies für Tiere, Pflanzen und Angler.

Die Seen ziehen sich entlang mehrere Ortschaften, wer Wasser- und Wildtiere beobachten will hat hier große Chancen. Schlangen, Frösche, Fische, Biber, Blesshühner, Wildgänse, Schwäne, Wasserspinnen, Wasserläufer, Bussarde, Rohrdommeln, Meisen, Käfer, Ameisen, Reiher, Störche, Libellen, die Fauna ist beeindruckend.

Mein Tipp: nehmt ein gutes Fernglas mit, gerade die Wildgänse sind sehr scheu.

Die Landschaft selbst ist sehr vielseitig, Wasser und Schilf bewachsene Uferbereiche, kleine Buchten, in denen meist Angler ihrem Hobby nachgehen, urige Inseln, die den Tieren Ruhe und Zuflucht bieten wechseln sich ab mit trockenen Wiesen voller wilder Kräuter, Buschwerk und einem typischen Kiefernwald. Neben flachen Bereichen, bewachsen mit Brombeeren und kleineren Sträuchern finden sich steile Hügel deren Besteigung sich lohnt. Weißdorn und Holunderbüsche bestimmen das Bild. Wilde Landschaft, in der man oft ausweichen und sich einen Pfad suchen darf. Vom Sturm entwurzelte Bäume queren den Weg. Die Entscheidung, unten durch oder oben drüber lässt Abenteuerstimmung aufkommen.

 

Das alles befindet sich auf kleinem Raum und ist auch für den ungeübten Wanderer machbar.

Tipp: ich empfehle unbedingt festes Schuhwerk.

Das ganze Gebiet wird vom Anglerverband bewirtschaftet. Tageskarten sind erhältlich, Nachtangeln ist für Besitzer von Dauerkarten erlaubt.

Kräuterkundige werden, die Augen am Boden geheftet, auf Entdeckungsreise gehen. Neben heilkräftigen Bäumen finden sich je nach Standort üppige Vorkommen von Brennnessel, weißer Taubnessel, Knoblauchsrauke, Wiesenkerbel, Schafgarbe, Schöllkraut, Ehrenpreis, Brombeere, Wasserminze, Spitzwegerich.

Geringere Bestände von Johanniskraut, Löwenzahn, Mädesüß, Beinwell, Bärenklau, Gundelrebe, Giersch, Vogelmiere konnte ich entdecken.

Das kleine Seengebiet befindet sich neben der märkischen Clauertstadt Trebbin. Der dort gebürtige Hans Clauert war als Märkischer Eulenspiegel bekannt. Im gesamten Bereich ist wegen der Tiere und der Angler Ruhe angesagt.

 

Parkmöglichkeiten gibt es entlang des Zufahrtsweges am Waldrand.

 

Die Buchten bestehen größtenteils aus schwarzem Sand und sind oft feucht. Wer sitzen möchte bringt sich Stühle oder beschichtete Decken mit.

Ich habe die Sonne auf dem Steg genossen, die Wanderung durch den Wald, die Hügelbesteigung, die Kräuter und Bäume, den Weg am See entlang, das Verweilen in den Buchten und eine ganz besondere Tierbegegnung.

Während der Dreharbeiten zum Kräuterportrait über den Weißdornbusch kam ich ins Gespräch mit anderen Wildkräutersammlern. Wir rätselten über ein ganz bestimmtes Kraut, tauschten Erfahrungen und Zubereitungsarten aus.

 

 

 

Ich liebe die Vielfalt der Natur, die Leichtigkeit mit Menschen in Kontakt zu kommen, die Herzlichkeit und die wunderbaren Energien dort. Es ist ein wirklich traumhafter Ort an dem wir die Worte unserer Seele wahrnehmen können, wenn wir nur lauschen.

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