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Kräuterwissen - Wilde Rosen

Jetzt sitze ich hier und genieße die beruhigende Energie dieser wilden Rose. Es ist Juni, ihre zarten Blüten verzaubern mich und ich stelle mir vor eine Biene zu sein und mitten auf den gelben Griffeln zu landen. Dort lausche ich dem Raunen des Pflanzengeistes, der von Mythen und Zauberkraft erzählt.

 

Das Spektrum der wilden Rosen ist reich an Arten. Die Hundsrose, lat. Rosa canina, treffen wir ziemlich oft wildwachsend an. In meinem Kräutergarten war zusätzlich eine Kartoffelrose, lat. Rosa rugosa, heimisch. Ihre größeren Früchte lassen sich leichter zu Mus verarbeiten und ihre meist Rosa Blüten duften intensiv und schmecken ebenso lecker wie die der Hundsrose.

 

Mythologisch ist die Heckenrose, Zaunrose oder Hagedorn der Göttin Freya geweiht. Aber auch die Hel spielt wieder eine Rolle. Angeblich trocknete sie ihren Umhang über einem Busch Heckenrosen. Das bekannte Kinderlied "Ein Männlein steht im Walde" enthält einen von vielen Ratereimen, die sich früher um die Hagebutte rankten.

 

Sowohl im Volksaberglauben als auch in der Heilkunde nutzte man sie schon zu keltisch-, germanischen Zeiten und für den heutigen Naturgarten ist sie ein Segen, da sich zwischen ihren dornigen Zweigen Vögel in Ruhe zum Brüten niederlassen können und sie vielen Insekten Nahrung bietet.

 

Hundsrosen können sehr alt werden, teilweise gibt es Berichte von 300- jährigen Pflanzen. Man erkennt sie gut an den nach unten gebogenen sichelförmigen Stacheln, die an ihrem Grund breit sind. 2-3 Meter Wuchshöhe sind keine Seltenheit.

Verwendung: Blüten, Blätter, Früchte, Holz

 

Ich liebe die Blüten, ein Wasser oder ein Tee aus ihnen schmeckt einfach lieblich.

Ihr benötigt ca 1 EL auf 250ml Wasser.

Für den Tee werden die Blüten oder Knospen mit dem nicht mehr kochenden Wasser übergossen. Für ein kaltes Rosenwasser lässt man sie etwa zehn Minuten ziehen. Je länger die Ziehzeit desto intensiver der Geschmack.

 

Blütezeit ist von Juni bis Juli, geerntet werden die Knospen oder die Blütenblätter, damit die fleißigen Bienchen weiterhin ihren Nektar sammeln können.  Für alle die den Mondkalender zu Rate ziehen ist ein Blütentag am besten geeignet. Vormittag bis Mittag, die Blüten sollten trocken vom Tau sein.

 

Für eine besondere Rosenmarmelade werden die duftenden Blütenblätter zusammen mit Puderzucker auf ein Brett gelegt und mit dem Nudelholz solange überrollt bis sich eine homogene Masse ergibt. Diese Köstlichkeit ist himmlisch.

 

Weitere Möglichkeiten sind Wein oder Schnaps, das Einlegen in Essig, ein alkoholischer Auszug und natürlich das Trocknen, für Tee oder Räucherungen.

 

Die Blätter der Hundsrose können ab April bis Mai gesammelt werden, später sind sie zu hart und gerbstoffhaltig. Die ganz jungen, noch weichen Blätter schmecken gut in Salat, als Tee aber auch zu gekochten Speisen. Wer seinen Haustee damit bereichern will kann sie an der Luft trocknen.

 

Das Holz wird selten verwendet, es ist sehr hart und eignet sich gut für Schnitzarbeiten, zum Drechseln oder für Räucherungen. Die Germanen und Kelten nutzten es für die Verbrennungsstätten ihrer Verstorbenen.

 

Die Früchte kennen wir wohl alle. Die kleinen Hagebutten, die manchen von uns in der Kindheit als Juckpulver begegnet sind werden wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe geschätzt. Geerntet wird an der Reife, meist September bis in den November hinein.  Sie sollten etwas dem Druck unseres Fingers nachgeben, dann sind sie perfekt. 

Man sagt die reifen Früchte kündigen den Frühherbst an.

Die innen liegenden kleinen Nüsschen, die den Juckreiz auslösen werden aus der Frucht entfernt, gut auswaschen und das Fruchtfleisch herauslösen für weitere Verwendung. Es schmeckt süßsauer.

 

Möglichkeiten sind Hagebuttenmus, Marmelade, getrocknet in den Tee, Wein, Schnaps, in Schweden isst man sie als Hagebuttensuppe, Sirup schmeckt besonders Kindern gut.

Das Mus aus den Früchten friert man am besten ein, es ist sonst nicht so lange haltbar. Der hohe Gehalt an Vitamin C (ca.1,25%) bleibt auch nach dem erhitzen noch ausreichend erhalten. Lediglich eine lange Lagerung lässt ihn sinken. Zum Glück gibt es in der Natur jedes Jahr reichlich Nachschub.

 

In der Volksheilkunde wird sie bei Vitamin C Mangel, Erkältungskrankheiten, Gicht, Arthrose, Müdigkeit, Schwäche, Bluthochdruck, Gastritis, Blutungen, Wunden, Zahnschmerzen empfohlen.

Inhaltsstoffe: ihr Gehalt an Vitamin C ist viel höher als bei Zitronen, was sie zu einer wahren Superfrucht für unser Immunsystem macht. Vitamin B 1, B2 und B3 sind gut für die Nerven und unsere Leistungsfähigkeit, Vitamin A stärkt die Sehkraft. Neben Vitamin E und K sind auch Eisen in biologisch gut verwertbarer Form, Magnesium, Natrium, Phosphor, Zucker, Pektin, ätherische Öle, Vanillin und Gerbstoffe (ca.2-3%) enthalten.

Magisch ist der Strauch den Planeten Sonne, Venus und Pluto geweiht. Sein Element ist Erde und er gibt uns magische Energie für alle Zauber.

Eine Perlenkette aus Hagebutten hilft in Liebesdingen. Dazu die Hagebutten trocknen und auf eine Schnur ziehen.

Zweige wurden früher in die Stalltür gehängt, um vor Hexen und Krankheiten zu schützen. Rund um das Gehöft sollte der Strauch vor Hexen schützen und am Haus Blitz und Donner abwehren.

Die beste Zeit um Hagebutten für magische Rituale zu sammeln ist an Samhain oder Freitags.

Für mich gehört der Strauch einfach wegen seiner Schönheit und Nützlichkeit in jeden Garten.

Räuchern: auch hier zieht die Hagebutte positive Energien ins Leben und unterstützt alle magischen Handlungen. Ich mag gerne getrocknete Früchte in einer Winterräucherung zusammen mit Weihrauch und anderen Kräutern. Man kann aber auch die Blütenblätter, die für mich zu wenig Aroma ergeben, ich lasse sie mir lieber für den Tee und das Holz benutzen.  Die Hagebutte wirkt entspannend und beruhigend und passt daher so schön zur Winterzeit.

Als Symbol der Liebe bietet sich die Wilde Rose für Räucherungen in Liebesdingen geradezu an. Sie öffnet das Herz, löst Blockaden und schafft Vertrauen in die Weiblichkeit.

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