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Magisches Kräuterportrait Holunder

Ab Ende Mai entdecke ich auf meinen Wanderungen überall einen besonders magischen Strauch, den Holunder, lateinisch Sambucus nigra.

 

Mythologisch wird er mit der Holle, der Hel in Verbindung gebracht, namensgebend war sie aber nicht.  Ich erinnere mich noch gut an den Kinderreim vom Hollerbusch, wir tanzen um den Hollerbusch und machen alle husch husch husch, ich habe ihn geliebt. Hollerbusch oder Holder sind andere Namen für den beliebten Strauch, mancherorts wird er auch Flieder genannt.

 

Die Blüten sind umschwärmt von kleinen Insekten, Bienen und Hummeln. Für mich gehört der Holunder daher zu den für den Naturschutz wichtigen Gehölzen.

 

Verwechslung: ist möglich mit dem kleineren giftigen Attich. Er unterscheidet sich außer in der Wuchshöhe auch durch die Beeren, die beim Attich nach oben gerichtet sind, beim Holunder nach unten hängen. Ein weiteres Merkmal des Attich, er riecht unangenehm. Gleiches gilt für den Schierling, der sehr groß und mit den Holunderblüten verwechselt werden kann. Der Geruch von Holunderblüten ist wegen der ätherischen Öle wunderbar süß, Schierling stinkt.

Verwendung: Blüten, Beeren, Blätter, Holz, Rinde, Wurzel

 

Da Holunderholz keinesfalls verbrannt werden darf, andernfalls bringt das Unglück für's ganze Haus, wurden aus ihm Zauberstäbe, Musikinstrumente, und Federkiele hergestellt. Die Äste sind hohl, daher bieten sie sich für Flöten geradezu an.

Natürlich ist Harry P. auch im Besitz eines Holunderzauberstabes, dessen starke Energie jeden Zauber verstärken kann. Meiner hängt seit Jahren neben der Tür und beschützt den Eingang.

 

Die Blüten und auch die Beeren bieten jede Menge Potential aber auch die Blätter und die Rinde finden in der Heilkunde Verwendung.

 

Ende Mai bis in den Juni hinein werden die gelbweißen Blüten, sie duften herrlich, geerntet. Wer sich nach dem Mond richtet für den ist der abnehmende Mond in einem Blütenzeichen von Bedeutung. Wichtig ist an einem trockenen Tag, vormittags zu ernten.

Hier ist die Blüte noch nicht voll geöfnet.

Fast jeder kennt den leckeren Holunderblütensirup, ein Klassiker und ganz wichtig für den Einsatz im Winter. Gelee, Essig und Öl, Blüten in Bierteig, der berühmte Hugo, eine Art Sekt, Blütenwasser für die Schönheit, getrocknet für Tee und in die Bowle sind weitere Möglichkeiten sie zu verwenden.

 

Für den Tee übergießt man 1 El getrocknete Blüten mit heißem Wasser. Sie sollen schweißtreibend wirken und die Entgiftung über die Haut ankurbeln.

Die Beeren werden im August bis Oktober reif. Man sagt, sie läuten den Herbstanfang ein. Geerntet wird erst wenn sie richtig schwarz sind.

Aus den Beeren wird der berühmte Saft hergestellt, im Winter unschlagbar gegen Erkältungskrankheiten und mit Honig gesüßt eine Köstlichkeit. Gelee, Wein, Suppe, getrocknet für Tee sind weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Für alle Mondsammler/innen, ein Fruchttag im abnehmenden Mond ist günstig.

 

Die Blätter und der Bast unter der Rinde finden in Umschlägen, gegen Hautinfektionen und bei Schwellungen äußerlich Verwendung. Zum Beispiel sollen sie frisch aufgelegt gegen Insektenstiche helfen.

 

In der Volksheilkunde wird der Holunder bei Erkältungen, Fieber, Grippe, Husten, Rheuma, Verstopfung und zur Blutreinigung empfohlen.

 

Inhaltsstoffe: Vitamin C stärkt die Immunabwehr und B Vitamine sind gut für Nerven und Leistungsfähigkeit. Mineralien wie Eisen, Zink, Calzium, Magnesium und Kalium helfen Mangel zu vermeiden. Die Beeren enthalten Flavonoide und Phenolsäuren, das sind wichtige Antioxidantien die freie Radikale binden. Schleimstoffe sind entzündungshemmend und schleimhautschützend. Gerbstoffe wirken der Ausbreitung von Bakterien und Pilzen im Körper entgegen, ja sogar antiviral soll der Holunder wirksam sein.

 

Auch die Entgiftung wird durch die harntreibende Wirkung der Beeren angekurbelt und Erreger schneller aus der Blase ausgeschwemmt.

 

Die grünen Teile und die Beeren enthalten den Giftstoff Sambunigrin, der manchmal Übelkeit verursachen kann. Deshalb diese Teile nur gekocht verwenden.

 

Magisch ist der Holunder der Erde und dem Saturn zugeordnet. Es gibt jede Menge Überlieferungen, in Schweden und Dänemark beispielsweise erzählt man sich, wer zum Sonnenuntergang an Mittsommer unter einem Holunderbusch sitzt kann den Elfenkönig sehen. Auch in Deutschland wird er mit Zwergen und magischen Wesen in Verbindung gebracht. Er gilt als Schutzbaum für Haus und Hof, in manchen Gegenden zogen die Herren den Hut wenn sie an einem Holunder vorbei gingen. Sowieso war es dringend angeraten einen Holunder im Hof und nahe beim Haus zu haben, denn er hielt die bösen Geister unter sich gefangen.

 

In der germanischen Mythologie ist er der Opferstrauch für die Hel. Man legte ihr Äpfel und Brot darunter. Dementsprechend ist er der Hel, Holle, Freya oder Perchta geweiht.

Seine Zweige wurden hauptsächlich für Bannzauber genutzt, Beeren und Blüten gehören in jeden vernünftigen Liebeszauber.

Der grüne Blattsaft, auf die Augenlider getropft, soll dazu führen, dass man Feen sehen kann.

 

Auch zum Räuchern kann der Holunder verwendet werden. Vor allem für Schutzräucherungen und Schicksalsfragen kommen die getrockneten Blüten, Blätter und Beeren zum Einsatz. Bitte nur wenig verwenden, er ist sehr kraftvoll.

Bitte beachtet, dass Rezepte aus Holunder keinen Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker ersetzen.

Bitte immer ein Bestimmungsbuch dabei haben, um alle Pflanzenteile sicher zu erkennen.

 

Magische Grüße

Tina

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