· 

Van Life - Wie alles begann

Der Start meines Van Life Lebens reicht zurück bis in die Kindheit. Meine Eltern waren oft mit dem Zelt unterwegs, ich aber liebte es im Auto zu schlafen. So habe ich in jungen Jahren schon viele Länder Europas bereist.

 

Vielleicht hat mich das geprägt, vielleicht aber habe ich mir genau deshalb diese Eltern ausgesucht. Wald, Natur, Camping, Filmen, so oft es ging.

 

1980 - Ich weiß noch genau, da war schon zu Schulzeiten dieser Traum in mir, im Auto zu reisen. Wenn ich darüber nachdachte, wie das umzusetzen wäre, stieß ich an Grenzen. An ein eigenes Auto war hinter dem eisernen Vorhang nicht zu denken. Beispiele von alternativer Lebensweise kannte ich nicht. Dummerweise lebte ich damals im sogenannten Tal der Ahnungslosen. Hieß, Westfernsehen Fehlanzeige. 🤦🏻‍♀️

 

Für das Reisen hatte ich gute Ideen. Eine war es, Menschen als Reisführerin die Geschichte von Orten näher zu bringen. Eine andere beinhaltete meine Flucht aus dem Elternhaus, um mit einem Zirkus durchs Land zu tingeln.

 

Idee 1 scheiterte daran, dass ich anscheinend zu nichts taugte und wie bitte sollte ich Menschen mit meinen Worten begeistern?

Idee 2 scheiterte gleich an zwei Punkten. Ich mochte den Zirkus gar nicht. Gequälte, eingesperrte Tiere waren ein No Go. Punkt 2, ich bin ungeeignet für typische Beschäftigungen in der Zirkusbranche. Also verwarf ich diese Idee wieder.

 

Nicht aber meinen Traum, denn ich würde ganz sicher nach England reisen.

Dafür wurde ich natürlich kräftig ausgelacht, genau, wie mir die Behauptung, wenn ich erwachsen sei ginge die Mauer auf, eine Ohrfeige einbrachte.

 

1989 - Okay, heute wissen wir wie die Geschichte lief, sie ging auf, das war mir die Ohrfeige wert.

Allerdings bin ich nicht gerade geduldig und so hatte ich mich A, in den falschen Beruf schubsen lassen und B, um aus ihm zu flüchten 3 Kinder. 

 

Außerdem erschien mir der Westen suspekt. Es dauerte, bis ich mich an die neue Freiheit gewöhnte. Der Wunsch, in einen Bauwagen zu ziehen und ein alternatives Leben zu führen  wuchs genauso schnell wie der Wunsch einen Van oder ein Wohnmobil zu haben.

 

Doch wieder siegte die Vernunft. Konnte ich es den Kindern antun, in Kreuzberg, in einer Wagenburg zu leben? Ich tat es nicht.

 

1993 - Zumindest das Wohnmobil kam ein paar mal leihweise in mein Leben. Denn glücklicherweise hatte ich mir einen Partner erwählt, für den Reisen an Nummer 1 stand. 

 

1996 - Nach diesen Erfahrungen wollte ich mehr, ein Van zog ein, ein Ami, Ford, Econoline. Nicht gerade das neueste Modell aber ich war sofort verliebt.

Natürlich waren die Kinder im Grunde schon zu groß oder das Auto zu klein. Natürlich mussten sie zur Schule und ich zur Arbeit, natürlich hatte ich zu viel Schiss das Ding ohne meine Familie durch zu ziehen. Also ließ ich den Van ziehen und verwarf die Idee vom Leben im Auto. Was sollte ich auch machen, wie mein Geld verdienen, denn neben dem Van war auch mein Lieblingsjob in weiter Ferne.

 

Alles, was mir blieb war der Traum, er war allgegenwärtig und wenn man mich fragte, was ich am liebsten machen würde, dann antwortete ich, im Van leben, reisen und schreiben.

 

Woher ich dafür den Mut nehmen sollte, wusste ich allerdings nicht.

 

2006 - die Kinder waren erwachsen, ich verließ Partner und Wohnung, zog nach Berlin zurück. Der Traum verblasste in meinem Inneren. Allein hatte ich zu große Angst davor. Also machte ich weiter wie bisher, verdeckte mein Unglück mit Aktivitäten.

 

2018 - Kindheitsträume kehren immer wieder und es fühlt sich jedesmal an wie ein Ehebruch sie zu verbannen. Mittlerweile war ich isoliert, ging nicht mehr aus dem Haus, hatte eine Dualseelenbeziehung an der Backe. Schlechter konnte es nicht laufen.  

Irgendwer fragte mich: bist du in deiner letzten halben Stunde zufrieden mit deinem Leben?

Neiiiiiiinnnn!!!!!

 

Aber was soll ich denn machen? Mittlerweile erkannte ich mich nicht mehr, schaute in den Spiegel und wusste nicht, wer da aus diesen blauen Augen zu mir blickte.

Klitzeklein meldete sich eine Stimme in mir, sie klopfte ganz leise an mein Herz. Duuuu, Tinaaaa, da ist doch das Auto.....weißt du noch!!!!!

 

Ich wagte einen Versuch, erzählte meiner Dualseele von meinem Traum und er zog sich zurück. Da wusste ich, es ist mein Ding, ich muss es alleine beginnen und dann wird sich alles fügen.

 

Die Angst kämpft mit der Abenteurerin in mir. Wie das weiter geht....ich erzähle es euch im nächsten Post.

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0