· 

Die Bärlauch Tour

Was die Natur für wundervolle Gebilde schafft. Ich hätte wieder tausende Bilder machen können an diesem sonnigen Tag.

Sonne genießen, das liebe ich am zeitigen Frühjahr besonders. Nach den langen, grauen Wintertagen sauge ich sie förmlich in mich hinein und nutze jede Sekunde aus.

Frühling ist aber auch Wildkräuter Zeit und da dieses Jahr alles früher dran ist sind wir, meine Freundin und ich, auf Bärlauchjagd gegangen. Ich liebe Bärlauch.

 

Gefunden haben wir den Berliner Bärlauch, auch Wunderlauch oder Russischer Lauch genannt. (Allium paradoxum) Dieser wächst hier überall und es ist sogar erwünscht, dass er beerntet wird.

Eingeschleppt aus dem Kaukasus hat er sich bei uns sehr ausgebreitet und einheimische Pflanzen, wie das Buschwindröschen verdrängt.

 

Verständlich, dass man ihn nicht noch weiter wuchern lassen möchte.

 

Dieser Lauch ist kein echter Bärlauch, er hat ein eher nach Zwiebel schmeckendes Aroma. Den typischen Knoblauchduft riecht man nur ein klein wenig und auch bei der Verarbeitung bietet es sich an mit einer Knoblauchzehe nachzuhelfen.

 

Er wächst gerne an feuchten Ufern oder in Auwäldern. Die Blätter sind schmaler als beim echten Bärlauch. Man kann sie von Februar bis Mai ernten, auch die Blüte und die Zwiebel sind essbar.

Sobald er aber blüht, wird das Aroma weniger, deshalb ernte ich nur vor der Blüte.

 

Was soll ich euch sagen, er setzt schon Blüten an, wir haben März, also beeilt euch.

Ich meinerseits mag den echten Bärlauch lieber. Allerdings gibt es da eine Krux, in Berlin und Brandenburg ist das sammeln von echtem Bärlauch verboten. Er steht auf der Liste der gefärdeten Arten.

 

Wer also reichlich Frühjahrspower aus der Natur möchte holt sich den Wunderlauch nach Hause.

 

Verarbeitet wird er wie der echte Bärlauch.

Am Krimnick See entlang spazieren wir vorbei an Bärlauchwiesen und umgestürzten Bäumen. Der See hat ordentlich Wellengang, es bläst ein kalter Wind, den wir im Wald gar nicht so gespürt hatten. Egal, wir sind warm eingepackt und weiter geht es zur Landspitze, an der sich der Krimnicksee See und die Staabe, ein Teil der Dahme, treffen. Von dort aus kann man bis zur Schleuse Neue Mühle weiter spazieren. Der Wald ist für Baumliebhaber interessant, er wird Tiergarten genannt und man findet dort jede Menge alte Eichen und Buchen.

Vom Soldatenkönig wurde er einst zur Jagd genutzt und später unter Naturschutz gestellt. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel mit seinen verwunschenen Wegen und dem Naturlehrpfad auf der anderen Seite der Teufelsbrücke.

 

Wir setzen unseren Weg am Fanggraben entlang fort, denn dort erwartet uns unberührte Natur und reichlich Wunderlauch.

 

Nach der Ernte suchen wir einen Weg in Richtung Straße, durch Dickicht und über umgestürzte Bäume, an Wildschweinsuhlen vorbei. Es ist wild romantisch, ich liebe es an Gewässern entlang zu wandern. Auch Biberspuren gibt es reichlich.

An der Teufelsbrücke queren wir die Straße. Man sagt sich, ein angetrunkener Mann soll in den Fanggraben gefallen und ertrunken sein. Seither treibt er als Gespenst sein Unwesen und die Brücke erhielt den Namen Spukbrücke oder Teufelsbrücke. Uns hat er sich nicht gezeigt.

Auf der anderen Straßenseite suchen wir uns einen Weg querfeldein, die Sonne verschwindet langsam hinter den Bäumen, es wird kühler und meine Freundin hat dringenden Kaffeebedarf. Wir wollen schleunigst den Prinz wieder finden, der uns nach Hause fährt, wie immer flott und hoch erfreut zwei Damen zu chauffieren.

Die Geschöpfe des Waldes sind einfach immer wunderbar. Hier seht ihr eine Penthouse Wohnung für Maden mit breiter Dachterrasse.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0