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Krafttier Meise

Während meiner Wanderung durch die Rieselfelder gab es einen besonderen Meisenmoment. Ich war gerade stehen geblieben, meine Augen folgten dem Wildpfad der sich über den kleinen Hügel bis tief ins Gebüsch schlängelte, als sich drei kleine Blaumeisen vor mir auf dem Holunderast niederließen.

 

Tsi-da, Tsi-da, sie blickten mich direkt an. Ich staunte, wie flauschig, welche Schönheit. Das Blau auf ihrem Kopf findet sich in meinen Augen wieder und das sanfte Gelb am Bauch untertreicht ihre Zartheit, wie kleine Kücken, ich hätte sie am Liebsten berührt. Doch ich blieb ganz still stehen, denn eine Bewegung hätte riskiert sie davon fliegen zu sehen und das wollte ich noch nicht.

 

Wenn ich Krafttieren begegne entstehen oft Worte in mir oder Gefühle, also wartete ich einen Moment, alle Gedanken verscheuchend. Tatsächlich, Leichtigkeit erschien und ein so wunderbares Liebesgefühl dazu. Ich lächelte merklich. Hatte ich vorher schon gelächelt?

 

Mein inneres Kind hüpfte auf und ab. Raus aus dem Verstand, wir sind Kontrollmenschen geworden, immer bestrebt alles richtig zu machen und leben im Gegensatz zu unserem Inneren. Das Kind in mir ist ein Gefühlsmensch und weiß den richtigen Weg. Neugierig sein, wo wird der Weg mich hin führen, so sind wir als Kind und schon sind wir auf und davon.

 

Vielleicht ziehen mich die kleinen Vögel deshalb so magisch an, weil mein inneres Kind Gehör verlangt, wieder verspielt sein, die Dinge einfach tun, auf mein Gefühl hören anstatt den Kopf einzuschalten.

 

Ja, die Worte sprudelten aus mir, Neugierde, Verspieltheit, Leichtigkeit. Ja, da war sie wieder, die Leichtigkeit.

 

Warum nicht mal über die Wiese hüpfen wie ein Kind.

Danke liebe Meisen.

 

Ich versuche die Krafttiere zu malen, ich bin keine Leuchte darin, die Proportionen sind bei mir meist aus der Form gefallen, sagt der Kopf. Die Kleine in mir findet ihre Meise wunderschön. 💖

 

 

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