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Umgebung entdecken! Rieselfeld Großbeeren

Mitte des 19. Jahrhundert, in Berlin wächst die Bevölkerung rasant an. In gleichem Tempo verbreiten sich Seuchen und andere Krankheiten, Havel und Spree stinken bestialisch nach Abwasser, in den Straßen laufen Rinnsale von menschlichem Urin gemischt mit Abfall aller Art.

 

Der preußische Stadtplaner James Hobrecht und Rudolf Virchow entwickeln gemeinsam ein geniales Konzept im Dienst der Gesundheit.

Die neu gegründeten Berliner Stadtgüter kaufen großzügig Ländereien im Umland an, auf denen sogenannte Rieselfelder errichtet werden. Gemeinsam mit dem gleichzeitig entstehenden radialen Berliner Kanalisationssystem schaffen sie die Möglichkeit die Abwässer auf den Rieselfeldern zu klären. Der Märkische Sandboden bietet dafür ideale Bedingungen.

 

1881 geht das System in Betrieb und leistet über 100 Jahre gute Dienste.

 

Riesige Pumpen befördern das Abwasser in Türme, die von einem Rieselfeldwärter überwacht werden. Ist ein gewisser Füllstand erreicht pumpt er das Abwasser in die Becken. Mittels Schiebern können die einzelnen Bereiche getrennt bertieben werden.

 

Ein günstiger Nebeneffekt, zumindest zu Anfang, aus den abgelagerten Feststoffen entsteht wunderbarer Dünger. Auf den Flächen wird folglich Landwirtschaft betrieben und die Versorgung Berlins mit Obst und Gemüse gesichert. Auch Mühlen und Viehwirtschaft siedeln sich an.

 

Abwechselnd werden die einelnen Parzellen zum Klären und zum Anbauen genutzt.

 

Als nach der Jahrhundertwende immer mehr Industrieabwasser dazu kommt ändert sich die Situation. Schwermetalle gelangen mit dem Abwasser in den Boden, eine landwirtschaftliche Nutzung ist nicht mehr möglich.

ch habe natürlich nicht nur Augen für das Alte sondern auch für die Natur, die Bäume, ihre knorrige Rinde, die verwitterten Äste, die winzigen Strukturen und die Naturwesen.

 

Es gibt ein Video für euch, ich habe die Baumenergie erspürt und zeige euch wie ihr sie für euch nutzen könnt.

Koordinaten:

52°20'56.2"N 13°17'53.6"E

52.348949, 13.298217

 

Am Rieselfeld befindet sich eine Schautafel, die uns viel über das Klärsystem im alten Berlin verrät. Der 2km lange Naturpfad ist ein Rundweg über die Felder, eher ein kurzer Spaziergang aber dennoch mit eigenen Reizen. Wer sich nicht übermäßig für die Rieselfelder interessiert erfährt dort nichts Wissenswertes, keine weiteren Tafeln, lediglich Hinweisschilder an den einzelnen Feldern.

 

Van Life: Parken ist zwar nicht verboten aber der Punkt liegt am Rande einer Siedlung mit Blick auf Wohnhäuser.

 

Großbeeren hat noch mehr Geschichte zu bieten. Neben dem Turm im Zentrum ist der kleine Ort selbst für einen Spaziergang gut. Möglichkeiten einzukaufen sind reichlich vorhanden. Im angrenzenden Gewerbegebiet kann man übernachten, nicht schön aber man kann.

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